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Porträt: Ronald S. Lauder Vom Kosmetikerben zum kunstsinnigen Medienmogul, amerikanischer Botschafter in Wien, gründete "Neue Galerie" in New York
Wien - Ronald S. Lauder (62), Sohn der legendären Kosmetikkonzern-Gründerin Estee Lauder, blickt auf eine abwechslungsreiche
Karriere zurück. Vom Beautyfach wechselte er kurzzeitig in die Politik, und war von 1986 bis 1987 amerikanischer Botschafter in Österreich. Mehr Erfolg hatte der Unternehmer mit österreichischen Vorfahren als Investor und
Medienmanager. 1991 gründete der Dollar-Milliardär die Central European Media Enterprises (CME). Sein Vermögen wurde 2005 vom US-Magazin "Forbes"
auf 2,7 Milliarden Dollar geschätzt. Der passionierte Kunstsammler eröffnete 2001 in New York die "Neue Galerie", für die er zuletzt Klimts "Goldene Adele" erwarb.
Großeltern entstammten einer österreichisch-jüdischen Familie
Ronald Stephen Lauder wurde am 26. Februar 1944 in New York geboren. Seine Großeltern mütterlicherseits entstammten einer österreichisch-jüdischen
Familie. Lauders Mutter, Estée Lauder (geb. Josephine Esther Mentzer), gründete 1946 das Unternehmen "Estée Lauder Inc.", das sich zu einem führenden Kosmetikproduzenten weltweit entwickelte. Ronald studierte
Wirtschaftswissenschaften an der University of Pennsylvania, der Pariser Sorbonne und der Universität Brüssel.
Konzernleitung übernahm 1982 sein älterer bruder Leonard
1965 trat Lauder in das mütterliche Unternehmen ein, für dessen belgische und französische Tochterfirma er bis 1967 tätig war. 1967 heiratete er Carole Knopf, mit der er zwei Töchter hat. 1968 wechselte er in die
Werbeabteilung des Mutterkonzerns, wo er als Direktor, dann Vizepräsident und schließlich ab 1972 als Generalmanager die Sales Promotion leitete. 1975
wurde er Executive Vice President der "Estee Lauder International Inc.", und ab 1978 Vorsitzender. Lauders älterer Bruder, Leonard Alan Lauder, übernahm 1982 als Präsident und C.E.O. die Leitung des Konzerns.
Politisches Engagement
Inzwischen engagierte sich Lauder auch in der Politik. Im US-Präsidentschaftswahlkampf von 1980 unterstützte er Ronald Reagan, und war
1983 bis 1986 stellvertretender Bereichsleiter für die Europa- und NATO-Politik im US-Verteidigungsministerium. 1986 bis 1987 kam er als Reagans Botschafter nach Österreich, wo damals die "Waldheim-Affäre" im
Gange war. Lauder verweigerte dem neu gewählten österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim die offizielle Anerkennung, was ihm auch Kritik einbrachte.
Engagement im World Jewish Congress
Seither engagiert sich Lauder im World Jewish Congress, dessen Vizepräsident er wurde, und gründete 1987 die Ronald S. Lauder Foundation, die jüdische
Einrichtungen in Mittel- und Osteueropa unterstützt. Aus der Politik zog er sich wieder zurück, nachdem er 1989 trotz kostspieliger Kandidatur nicht Bürgermeister von New York wurde. Sein börsennotiertes Unternehmen CME
dagegen entwickelte sich zum mächtigen Player im osteuropäischen Fernsehmarkt, das Beteiligungen an zehn Sendern in sechs Ländern (von der Ukraine bis nach Kroatien) hält. Auch in der Telekommunikationsbranche
mischte Lauder mit. In Wien stiftete er die Lauder-Chabad-Schule im Augarten, und gründete zuletzt die Lauder Business School in Döbling.
Als Kunstsammler kennt man Lauder schon seit vielen Jahren. Vor allem
österreichische Kunst des Jugendstils hat es dem Wien-Liebhaber angetan. Er nennt zahlreiche Werke Klimts und Schieles sein Eigen, und 2001 gründete er in New York die Neue Galerie, in der 167 Werke deutscher und
österreichischer Kunst, so wie Kunstgewerbe des frühen 20. Jahrhunderts gezeigt werden. Jährlich sollen 200.000 Besucher das Museum besuchen. (APA)
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