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Klimt-Streit geht weiter
Washington/Los Angeles - Im bereits jahrelang geführten Rechtsstreit um sechs wertvolle Klimt-Bilder zwischen der Klägerin Maria Altmann und der beklagten Republik Österreich kam es am Montag in Los Angeles zu
einem Vermittlungsversuch, der Dienstag fortgesetzt wird. Der von Österreich nominierte Historiker Professor Dieter Binder hat versucht, zwischen den Streitparteien einen Vergleich zu erzielen. Die Streitparteien haben von
Seiten des Gerichts Vertraulichkeit aufgetragen bekommen, wie der Vizepräsident der Finanzprokuratur, Manfred Kremser, bestätigte.
Verhandlungen mit "Open End"
Diese Vermittlung geschieht im
Auftrag des Gerichts in Los Angeles, bei dem der Rechtsstreit anhängig ist. Als Vermittlungstage waren Montag und Dienstag, 7. und 8. März, vorgesehen, allerdings mit "Open End", wie Kremser erklärte. Können sich die
Parteien nicht einigen, ist für 1. November ein Prozesstermin anberaumt. Weder der Anwalt der Klägerin, Randol Schoenberg, noch Vertreter der beklagten Republik Österreich gaben bisher eine Erklärung ab.
Nichte von "Adele Bloch-Bauer"
Maria Altmann, die am 18. Februar ihren 89. Geburtstag gefeiert hat, ist die Nichte von Ferdinand und Adele Bloch-Bauer, der ehemaligen Eigentümer der Klimt-Bilder. Im
Verfahren Altmann vs. Österreich geht es um das Eigentum an sechs von Gustav Klimt geschaffenen Bildern: "Adele Bloch-Bauer I", " Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum I", "Buchenwald
(Birkenwald)" und "Häuser in Unterach am Attersee" sowie "Amalie Zuckerkandl". Die ersten fünf davon sind im Testament von Adele Bloch-Bauer erwähnt, in dem sie ihren Mann Ferdinand bat, nach seinem Tod
die Bilder der Republik Österreich bzw. der Österreichischen Galerie zu schenken. Adele starb in der Zwischenkriegszeit.
Enteignung in NS-Zeit
Der jüdische Industrielle Ferdinand Bloch-Bauer wurde in der
NS-Zeit enteignet und musste in die Schweiz flüchten, die Bilder wurden noch zu seinen Lebzeiten von einem von den Nazis eingesetzten "kommissarischen Verwalter" an das Museum übergeben oder verkauft. Ferdinand
Bloch-Bauer starb 1945 mittellos in der Schweiz. Er hatte in seinem Testament seinen Neffen und seine zwei Nichten als Alleinerben eingesetzt.
Das Gerichtsverfahren soll klären, wer rechtmäßiger Eigentümer der Bilder
ist: Die Republik Österreich oder Bloch-Bauer-Nichte Maria Altmann, die in Los Angeles lebt. Altmann musste nach dem Einmarsch der Nazis in Österreich fliehen. Über die Niederlande gelangte sie in die USA, wo sie heute als
US-Staatsbürgerin in Kalifornien lebt. Anwalt Schoenberg hatte für Altmann im Jahr 2000 in den USA eine Klage gegen die Republik Österreich eingebracht, nachdem sie eine Klage in Österreich auf Grund des hohen Streitwerts aus
Kostengründen nicht weiter verfolgte. Österreich hat die Zuständigkeit amerikanischer Gerichte bestritten. Im Juni 2004 hatte das US-Höchstgericht zu Gunsten der Klägerin Altmann für die Zuständigkeit amerikanischer Gerichte
entschieden.
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