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Historiker: Jabloner: Entschädigungen rasch umsetzen
Die Ergebnisse der Historikerkommission liegen nun in Buchform vor. Wien (no). 160 Wissenschaftler, 49 Bände, 17.000 Seiten, 23 Kilogramm,
zweieinhalb Laufmeter: Die schriftlichen Ergebnisse der Historikerkommission zum Vermögensraub der Nationalsozialisten und der Entschädigungen durch die
Republik haben nicht nur quantitative Rekordausmaße, sondern wohl auch qualitative. Die Berichte, die am Mittwoch zwei Jahre nach ihrer eigentlichen Veröffentlichung in Buchform präsentiert wurden, stellen die
bisher intensivste akkordierte Aufarbeitung der NS-Zeit und ihrer Folgen dar.
Eine Folge der ersten veröffentlichten Zwischenberichte waren nicht zuletzt
auch die Verhandlungen auf NS-Entschädigung. Während der Vertrag zur Auszahlung einer finanziellen Geste an Zwangsarbeiter realisiert werden konnte, ist das 2002 beschlossene Washingtoner Abkommen für Opfer von
NS-Raub bis heute nicht umgesetzt. Einerseits sind in den USA weiterhin Klagen offen, die den vereinbarten Rechtsfrieden verhindern, andererseits gestalten sich die Recherchen für die einzelnen Anträge auf
Entschädigungszahlungen äußerst zäh. Doch erst wenn diese alle erledigt sind, starten die Zahlungen.
Kommissionspräsident Clemens Jabloner nutzte die Präsentation in Gegenwart
von Bundespräsident Heinz Fischer zu einem Appell zur raschen Umsetzung der ausständigen Entschädigungslösung: "Erst dann wird man sagen können, dass
wir eine unmittelbare kausale Wirksamkeit erreicht haben, wenn die Leute ihr Geld bekommen."
Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission, Oldenburg
Verlag, 27 Bände, € 2516,- Einzelbände sind beziehbar: www.oldenbourg.at .
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