Artikel 7.6.2004, ORF

Freude bei Anwalt von Altmann
Schoenberg: Schüssel sollte "Fehler der Eltern und Großeltern" nicht wiederholen.

Randol Schoenberg, Anwalt der Klägerin im Klimt-Bilder-Rechtsstreit Maria Altmann, hat sich am Montag in einer ersten Reaktion "sehr glücklich" über die Entscheidung des US-Höchstgerichts gezeigt, wonach die US-Gerichte in dem Fall zuständig sind.

"Wir sind sehr dankbar, dass wir eine klare Mehrheit der Richter auf unserer Seite haben, besonders weil die US-Regierung auf der Seite Österreichs stand", freute sich Schoenberg über die mit sechs zu drei Stimmen getroffene Entscheidung des Supreme Court.

Nun hoffe er auf eine baldige Prüfung der inhaltlichen Ansprüche vor einem US-Gericht.
 

"Gerechtigkeit hat gesiegt"
 

Die 88-jährige Klägerin Maria Altmann, die vor den Nazis aus Österreich flüchten musste, habe zu ihm gesagt, "Gott sei Dank, die Gerechtigkeit hat gesiegt".

Der Anwalt der Republik Österreich, Scott Cooper, habe ihm zu dem Sieg vor dem Höchstgericht gratuliert. Von offizieller österreichischer Seite habe er bisher keine Reaktion erhalten, erklärte Schoenberg auf Anfrage der APA.
 

Schoenberg siegesgewiss
 

Schoenberg zeigte sich zuversichtlich, nun nach dem Streit um die Zuständigkeit den Fall auch inhaltlich vor US-Gerichten zu gewinnen. "Ich sehe nicht, wie eine vernünftig denkende Person daran zweifeln könnte", sagte er und verwies auf ein Gutachten von Universitätsprofessor Rudolf Welser zu dem Fall.
 

Tipps für Schüssel und Gehrer
 

An die österreichische Regierung appellierte Schoenberg, sich den Fall noch einmal anzusehen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP), Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) und Finanzminister Karl-Heinz Grasser sollten sich künftig besser beraten lassen, meinte er unter Verweis auf die Finanzprokuratur.

"Sie sollen nicht die Fehler ihrer Eltern und Großeltern wiederholen und diese gestohlene Kunst behalten wollen", sagte Schoenberg.
 

Gutachten gegen Rückgabe
 

Auf Grund eines Gutachtens des Vizepräsidenten der Finanzprokuratur, Manfred Kremser, hatte sich im Jahr 1999 der Kunstrückgabebeirat in einer Empfehlung gegen eine Rückgabe der wertvollen Klimt-Bilder ausgesprochen. Bundesministerin Gehrer (ÖVP) hatte daraufhin den Bloch-Bauer-Erben empfohlen, den Klagsweg zu beschreiten.


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Last Release from: 04/02/07 02:10

Herausgeber / editor:
E. Randol Schoenberg  
Dr. Stefan Gulner