Artikel 23.2.2004, Kurier

Klimt-Bilder: Von Gehrer enttäuscht

Insgesamt geht es um sechs wertvolle Klimt-Bilder, die von den Nazis
konfisziert wurden.
Washington - Die Klägerin im Rechtsstreit um die Herausgabe von sechs
wertvollen Klimt-Bildern, Maria Altmann, ist von dem Verhalten der
österreichischen Regierung ihr gegenüber enttäuscht. Insbesondere von
Ministerin Elisabeth Gehrer (V) habe sie zumindest Gesprächsbereitschaft
erwartet, kritisiert Altmann. Doch die offiziellen Vertreter Österreichs
hätten "nicht ein einziges Mal" versucht, mit ihr eine gütliche Einigung im
Bilderstreit zu finden. Daher habe sie schließlich den Rechtsweg
eingeschlagen, so die heute 88-jährige Nichte von Adele und Ferdinand
Bloch-Bauer.

Österreich erstmals vor US-Gericht

Mit diesem Rechtsstreit "Altmann gegen die Republik Österreich" wird sich am
Mittwoch das US-Höchstgericht in einer Verhandlung befassen. Die Republik
bestreitet die Zuständigkeit von US-Gerichten für den Fall, zwei untere
Instanzen haben der Klägerin bisher Recht gegeben und sehen eine
Jurisdiktion in den USA gegeben. Es ist nach Angaben des Rechtsanwalts von
Altmann, Randol Schoenberg, der erste Fall, in dem sich Österreich vor dem
amerikanischen Höchstgericht verantworten muss. "Es hätte nicht so weit
kommen müssen, doch jetzt ist es zu spät", betont Altmann.

Meinung geändert

Maria Altmann meint der Rechtsstreit hätte vermieden werden können, wenn die
zuständige Vertreterin in der Bundesregierung, Ministerin Gehrer, und der
Vertreter der Finanzprokuratur, Gottfried Toman, mit ihr geredet hätten.
"Sogar das Gericht hat sie aufgefordert mit mir zu verhandeln, aber sie
haben ja nicht einmal meinen Brief beantwortet", klagt sie. Ursprünglich
habe sie nicht beabsichtigt, dass die Klimt-Bilder aus Österreich
weggebracht werden sollten. "Das ist so ein wunderschönes Land mit vielen
netten Menschen", so die 88-Jährige über ihre frühere Heimat Österreich.
Doch wegen des unfreundlichen Verhaltens ihr gegenüber habe sie ihre Meinung
geändert. Heute möchte die vor den Nazis aus Wien geflüchtete Altmann, dass
die Klimt-Bilder in Museen in den USA und in Kanada ausgestellt werden.


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Ing. Leo Hoschka, Vienna

Last Release from: 04/02/07 02:10

Herausgeber / editor:
E. Randol Schoenberg  
Dr. Stefan Gulner