Artikel 19.1.2003,  Profil

"Alle Argumente verworfen”

Nach einer Stellungnahme des US-Justizministeriums geht das Verfahren um
sechs Klimt-Bilder in eine neue Runde.

Von Horst Christoph

Randolf Schoenberg, Anwalt in einem kalifornischen Verfahren gegen die
Republik Österreich um Rückstellung von sechs Bildern Gustav Klimts an Maria
Altmann, die Erbin des jüdischen Besitzers Ferdinand Bloch-Bauer, ist davon
überzeugt, dass das kalifornische Kreisgericht nicht von seiner im Dezember
ausgesprochenen Aberkennung der österreichischen Immunität in diesem Fall
abgehen werde. Das US-Justizministerium hatte auf Intervention Österreichs
vorvergangene Woche dem Gericht empfohlen, die Immunität Österreichs gemäß
dem "Foreign Sovereign Immunities Act” (FSIA) zu respektieren.

Schoenberg, Enkel des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg,
gegenüber profil: "Alle Argumente, die Österreich vorbrachte, wurden vom
Gericht bereits im Dezember ausführlich diskutiert und verworfen. Es ist
sehr unwahrscheinlich, dass der von drei Richtern einstimmig gefasste Spruch
widerrufen wird.” Ebenfalls für unwahrscheinlich hält der Anwalt, dass, wie
von Österreich gefordert, ein erweitertes Gremium von elf Richtern über den
Entscheid befindet. Behält Schönberg Recht, so steigen Maria Altmanns
Chancen auf Rückstellung der Bilder. Gustav Klimt "Adele Bloch-Bauer”,
1907.


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Herausgeber / editor:
E. Randol Schoenberg  
Dr. Stefan Gulner