Artikel 28.3.2002, Die Presse

Schlichten statt Streiten um Klimt-Bilder

Der Fall Bloch-Bauer: Das US-Gericht will nun zwischen Österreich und der Erbin Maria Altmann vermitteln.

Im Streit um die Klimt-Gemälde aus dem früheren Besitz der Familie Bloch-Bauer, die sich in der Österreichischen Galerie befinden, jedoch von der in Kalifornien lebenden Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann (86) beansprucht werden, hat das zuständige kalifornische Berufungsgericht nun angeordnet, die Streitparteien sollen sich mit einem neutralen Vermittler zusammensetzen, um eine Lösung zu erarbeiten. Erst wenn dies nicht gelingen sollte, will das Gericht ein Urteil fällen - Österreich hatte gegen die vorangegangene Entscheidung des District Court in Los Angeles berufen, die Klage Altmanns nicht abzuweisen. Aus österreichischer Sicht gehört die Causa nicht vor ein US-Gericht.

In den USA ist diese "Alternative Dispute Resolution", also eine außergerichtliche Einigung, sehr populär. Das Gericht hat dafür spezialisierte Vermittler an der Hand, bei denen es sich, laut einem Rechtsexperten, um pensionierte Richter, Anwälte, Psychologen "und andere Gurus" handelt. Nun ist die Frage, wann die Streitparteien das angeregte Treffen auf die Beine stellen bzw. ob Österreich darauf überhaupt eingeht. em
28.03.2002    Quelle: Print-Presse


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