Artikel 26.6.2000 
Der Standard

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Preis, Wert und Moral

Wien - Die vom Generalkonservator des Bundesdenkmalamtes, Ernst Bacher, geleitete Provenienzkommission leidet unter dem offensichtlich immer geringer werdenden Interesse des Beirates gemäß Kunstrückgabegesetz unter Vorsitz von Sektionsleiter Rudolf Wran. Die Kommissionsmitarbeiter schließen einen Bericht nach dem anderen über fragwürdige Erwerbungen ab, während die Beiratsmitglieder immer seltener zu Sitzungen zusammenfinden.

So ist die Sitzung heute, Montag, erst die zweite anno 2000, obwohl mehr als ein Dutzend Fälle entscheidungsreif sind - darunter so prominente wie Bloch-Bauer, Steiner und Müller-Hofmann, in denen es einmal mehr um Klimt-Gemälde geht, die während oder nach Ende des Dritten Reichs auf fragwürdige Weise öffentliches Eigentum geworden sind.

In der Nationalbibliothek tut sich ein zusätzliches Problem auf: Laut Generaldirektor Hans Marte dürften 2000 bis 3000 Bücher fragwürdiger Herkunft sein, es fehle aber jeder Hinweis auf frühere, nach dem "Anschluss" enteignete Eigentümer. Sollten diese wertmäßig bedeutungslosen Buchtitel - etwa Notendrucke - aus den Katalogen entfernt werden, ginge das nur unter großem Finanzaufwand. Marte: "Ein großer Schaden mit geringem Nutzen." (hcz)


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Ing. Leo Hoschka, Vienna

Last Release from: 04/02/07 02:10

Herausgeber / editor:
E. Randol Schoenberg  
Dr. Stefan Gulner