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24.8.2000 06:45 MEZ Bloch-Bauer-Erbin in Kalifornien klagt Österreich ------------------------------------------------------------------------ Der Streit um "arisierte" Kunstwerke geht weiter Wien - Der Streit um "arisierte" Kunstwerke geht weiter. Es geht wieder um fünf aus der Sammlung Bloch-Bauer stammende Gemälde von Gustav Klima aus der österreichischen Galerie im Wiener Belvedere. Maria Altmann, die 84-jährige Erbin des Vermögens von Ferdinand Bloch-Bauer, hat beim US-District Court for the Central District of California eine Klage gegen die Republik Österreich und die Österreichische Galerie eingereicht, berichtet das "Wirtschaftsblatt" in seiner Donnerstag-Ausgabe. Altmann hatte vor einem Jahr die Empfehlung des staatlichen Restitutionsbeirats kritisiert, die fünf Gemälde nicht an die Erben zurückzugeben. Im September hatte Altmann eine Klage vor dem Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht, diese aber wegen der hohen Gerichtsgebühren nicht weiter verfolgt. Bei einem Streitwert von zwei Milliarden Schilling hätte Altmann 24 Millionen an Gerichtsgebühren hinterlegen müssen, was ihr Vermögen bei weitem übersteigt. Doch nicht symbolisch Altmanns Rechtsvertreter hatten die Republiksvertreter ersucht, nur einen symbolischen Streitwert von einer Million Schilling anzusetzen, was die Gebühren auf 12.000 Schilling reduziert hätte. Das habe die Finanzprokuratur abgelehnt. "Wenn Altmann verloren hätte, wäre sie durch die Gerichtskosten an den Rand der Existenz getrieben worden", so der Wiener Anwalt Stefan Gulner. Da bei einer Klage in den USA keine Kosten für die Mandanten anfallen - das Klagsrisiko trägt der Anwalt - hat der kalifornische Anwalt E. Randol Schoenberg die Klage in Los Angeles eingereicht. Altmann bestreitet, dass ihre Tante Adele Bloch-Bauer die beiden Porträts, die Klimt von ihr gemalt hat, sowie weitere Bilder des Künstlers der Österreichischen Galerie geschenkt hat. Die Republik Österreich beruft sich dagegen auf ein Testament von Adele Bloch-Bauer vom 19. Jänner 1923, in dem diese verfügt habe: "Meine zwei Porträts und die vier Landschaften von Gustav Klimt bitte ich meinen Ehegatten nach seinem Tode der Österr. Staats-Gallerie in Wien zu hinterlassen". Adele Bloch-Bauer starb 1925. Hintergrund Ihr Mann Ferdinand Bloch-Bauer - der größte Zuckerindustrielle der Donaumonarchie und wie seine Ehefrau Adele Kunstliebhaber und Sammler - konnte 1938 aus Österreich fliehen, sein gesamtes Vermögen wurde "arisiert". Die Klimt-Gemälde landeten im Museum. Er selbst verstarb 1945 in der Schweiz. In seinem Testament war von einer Schenkung an die Galerie keine Rede. Als Bloch-Bauers Erben von der Österreichischen Galerie die Restitution der Klimt-Gemälde forderten, berief sich die Galerie auf Adele Bloch-Bauers Testament und weigerte sich, die Gemälde zurückzugeben. (APA) |
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