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Wiener Herzbluten In den USA verklagt die Nichte einer Sammlerin den Staat Österreich auf Rückgabe von sechs unschätzbaren Gemälden von Thomas Trenkler Der Streitwert liegt bei mindestens 300 Millionen Mark, doch für Österreich geht es um weit mehr" In dem rechtstreit um sechs Gemälde von Gustav Klimt steht auch ein Teil der österreichischen Identität auf dem Spiel. Denn die Ikonen drei Landschaften, das Porträt "Amalie Zuckerkandl" und zwei Porträts Adele Bloch-Bauers bilden das Herzstück der Österreichischen Galerie in Wien. Eine 84-jährige Dame aus Los Angeles erhebt Anspruch auf diese Bilder. Maria Altmann is die Nichte des Zuckerindustriellen Ferdinand Bloch-Bauer, jenes Sammlers, dessen Frau Adele Klimt mehrfach porträtiert hat. Die Kunsterbin legt gute Gründe vor: Bis zum Einmarsch der Nationalsozialisten in März 1938 befanden sich die Gemälde im Wiener Palais ihres Onkels. Bereits in März hatte ihr Anwalt E. Randol Schoenberg in Los Angeles angejündift, Österreich verklagen zu wollen. Doch die Republik reagierte nicht. Vor einigen Tagen reichte Schoenberg, ein Enkel des Komponisten Arnold Scönberg, in Kalifornien nun Klage ein. Die zierliche Dame mit den funkelnden Augen sah sich dazu genötigt: "Ich bin nicht gierig, ich habe nicht die Absicht, die Bilder wegzuschleppen. Ich wollte ja verhandlen. Aber man hat weder mich noch meinen Anwalt hören wollen", meinte sie gegenüber FOCUS. Im Herbst 1998 hatte Maria Altmann nach Jahrzehnten der Resignation wieder Hoffnung auf Gerechtigkeit geschöpft: Das österreichische Parlament verabschiedete ein Gesetz, das die Rückgabe von Kunstwerken, die in der NS-Zeit gestohlen worden waren, vorsieht. Die Familie Rothschild und andere haben mittlerweile davon profitiert. Doch das Gesetz gelangt bewusst nur bei ganz speziellen Voraussetzungen zur Anwendung. So müssen etwa die Kunstwerke nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgestellt und danach im Gegenzug für eine Ausfuhrgenehmigung anderer Objekte erpresst worden sein. Diese Bedingungen aber erfüllen die Klimt-Bilder nicht: ferdinand Bloch-Bauer, der Ende 1945 in der Schweiz starb, und seine Erben waren juristisch schlecht beraten und von den österreichischen Behörden belogen worden. Allein aus formalen Gründen konnte Kulturministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) daher Maria Altmanns Anspruch im Juni 1999 ablehnen obwohl sie eine Restitution in allen "moralisch bedenklichen Fällen" in Aussicht gestellt hatte. Schoenbergs Protest quittierte die Ministerin mit dem Satz, es stünde jedem frei, vor Gericht zu gehen. Das tat der Anwalt auch. Die enorm hohen Streitwert-Gebühren n Österreich konnte sich Maria Altmann jedoch nicht leisten. Nun geht Schoenberg vor den Federal Court in Los Angeles. |
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