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Zurück zur Suche Teil 6 der Standard-Serie "Der Fall Bloch-Bauer": Anschluß und Flucht Verwirrende Kriminalgeschichte Hubertus Czernin über Ferdinand und Adele Bloch-Bauer, deren Nichte Maria Altmann Anspruch auf jene fünf Hauptwerke Gustav Klimts erhebt, die sich in der Österreichischen Galerie befinden Ferdinand Bloch-Bauer beließ nach Adeles Tod 1925 alles, wie es war. Nichts Neun Jahre lang blieb dort alles unberührt, ehe der Witwer die erste Veränderung im Gedenkzimmer vornahm. Bloch-Bauer, der Vorstandsmitglied des Vereins der Museumsfreunde war, stiftete 1934 der Österreichischen Galerie die Bronze Die Geschwister von Georg Ehrlich, die in Adeles Gemächern gestanden war. Zwei Jahre später, im November 1936, ließ er ein weiteres Kunstwerk entfernen und widmete dieses dem Museum im Belvedere: einen der sechs Klimts. Schloß Kammer am Attersee. Die Direktion der Österreichischen Galerie dankte überschwenglich (und ohne Diese Widmung sollte unter Klimtexperten und Galerie-Direktoren bis in die Gegenwart immer wieder für Verwirrung sorgen. So heißt es im 1993 veröffentlichten und von Elisabeth Hülmbauer bearbeiteten Bestandskatalog der
Österreichischen Galerie: "Schloß Kammer am Attersee III (Wasserschloß) Schließlich gibt es noch ein drittes Standardwerk, in dem Herkunft und Übernahmedatum von diesem 1910 fertiggestellten Gemälde Klimts angeführt sind. Bei Fritz Novotny und Johannes Dobai heißt es: "Widmung Familie
Bloch-Bauer, bis 1961 Leihgabe an Gustav Ucicky". Dies ist nur ein Vorgeschmack auf jene Verwirrungen, die die Klimt-Gemälde aus der Sammlung Bloch-Bauer in der Österreichischen Galerie Jahrzehnte hindurch ausgelöst haben.
Die meisten Daten und Fakten stimmen mit der historischen Das Durcheinander ist so groß, daß man eine gezielte Strategie dahinter vermuten müßte, wäre dieser Gedanke nicht so absurd. Ob bewußt oder nicht: Im Lauf der Jahre hat sich Nebel über diese sechs Erwerbungen aus dem Haus Bloch-Bauer gelegt. Und dieser läßt sich nur dann lichten, wenn man diesen Kriminalfall der Kunstgeschichte chronologisch aufrollt. Mitte der 30er Jahre ließ sich Ferdinand Bloch-Bauer von Oskar Kokoschka malen. Das Gemälde wurde 1936 fertiggestellt und im Juni folgenden Jahres erstmals öffentlich gezeigt, in der Kokoschka-Ausstellung im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie. Das Bild zeigt den damals 72jährigen bei einer seiner Leidenschaften, als Jäger mit einem Gewehr in Händen. Neun Monate nach der Ausstellung flieht Ferdinand Bloch-Bauer in die Tschechoslowakei, deren Staatsbürger er seit 1918 war. In den letzten Tagen vor dem Einmarsch der Wehrmacht hatte er noch versucht Recherche: Gabriele Anderl/ Ruth Pleyer/Hubertus Czernin Lesen Sie morgen den 7. Teil: Beschlagnahme und Vertreibung |
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