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Klimt-Gemälde werden nicht restitutiert Wien - In Los Angeles schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. "Eine typisch österreichische Schweinerei!", kommentierte Anwalt Randol Schoenberg die Mitteilung, daß der Kunstbeirat in Wien die Rückgabe von fünf Hauptwerken Gustav Klimts an die Erben des Zuckerindustriellen Ferdinand Bloch-Bauer abgelehnt habe. Schoenberg: "Nach 50 Jahren und den noblen Ansprachen von Kulturministerin Elisabeth Gehrer hatten wir etwas anderes erwartet. Wir können nur hoffen, daß sie dieser irrsinnigen Empfehlung nicht zustimmt." Schoenbergs Hoffnung dürfte nicht erfüllt werden: Gehrer hat sich bereits Montag mittag hinter die Empfehlung des Beirats gestellt, lediglich 16 Klimt-Zeichnungen aus der Albertina und 19 Einzelstücke aus der Porzellansammlung Bloch-Bauer, die das MAK den Erben abgepreßt hatte, zurückzugeben. Die beiden Adele-Porträts Klimts bleiben ebenso wie drei Landschaftsbilder im Oberen Belvedere. Schoenberg zum STANDARD: "Erstens hat Generalkonservator Ernst Bacher vom Bundesdenkmalamt einen völlig lückenhaften Bericht abgegeben, so daß der Beirat nur einen Bruchteil der wichtigsten Dokumente zur Verfügung hatte. Zweitens wurden uns niemals Fragen gestellt, oder wurde die Meinung der Erben gesucht. Wenn man wirklich ,reinen Tisch' haben möchte, muß man einmal auch die Juden zum Tisch einladen. In Österreich hat offenbar niemand den Mut dazu." Tatsächlich sind viele Aspekte der Entscheidung fragwürdig. Fast drei Stunden waren die sieben Beiratsmitglieder im Büro von Rudolf Wran, dem Vorsitzenden der Kommission, zusammengesessen. Nach einer Kopfwäsche, daß nicht immer wieder vertrauliche Details an die Öffentlichkeit gebracht werden dürften, ging es direkt in den Fall Bloch-Bauer. Dort setzte sich die Rechtsansicht des Vizepräsidenten der Finanzprokuratur, Manfred Kremser, durch. Mit einer Stimmenthaltung wurde die Herausgabe der fünf Bilder abgelehnt. Begründung: Weder sei eines dieser Gemälde Gegenstand eines Rückstellungsverfahrens an den ursprünglichen Eigentümer beziehungsweise Kommentar Seite 36 |
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