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Bloch-Bauer-Erbin signalisiert Verhandlungsbereitschaft Maria Altmann, 83jährige, in den USA lebende Nichte des Zuckerindustriellen und Kunstsammlers Ferdinand Bloch-Bauer, hat sich in einem persönlichen Schreiben an die Mitglieder des von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer eingesetzten Beirates gewandt, der heute, Montag, ein weiteres mal über die Rückgabe der familien-eigenen Kunstwerke verhandelt, die zuerst von den Nationalsozialisten geraubt und dann von österreichischen Museen den Erben abgrepreßt worden waren. Die Sammlung Bloch-Bauer zählte zu den bedeutendsten der Zwischenkriegszeit. Sie umfaßte neben klassizistischem Alt-Wiener Porzellan (hauptsächlich aus der Sorgenthal-Epoche), Gemälde österreichischer Meister des 19. Jahrhunderts wie von Ferdinand Georg Waldmüller, vor allem aber mehrere Porträts und Landschaftsbilder von Gustav Klimt, einschließlich Zeichnungen und Skizzen. Nach dem STANDARD vorliegenden Informationen dürfte der Beirat möglicherweise schon heute die Rückgabe eines Teils der in Bundesmuseen lagernden Bloch-Bauer-Kunstwerke Frau Gehrer empfehlen: des im MAK verblieben Restes der Porzellan-Sammlung sowie jener 16 Zeichnungen Gustav Klimts, die der damalige Leiter der Albertina, Otto Benesch, in den Nachkriegsjahren seinem Musem gesichert hatte. Offen scheint die Entscheidung über Klimts zwei Porträts von Adele Bloch-Bauer und dreier Landschaftsbilder, die in der Österreichischen Galerie ausgestellt sind. Dies dürfte auch Anlaß des Schreibens von Maria Altmann sein: Sie bittet darin die Beiratsmitglieder um eine rasche Entscheidung des Falls, mit dem sich dieses Gremium schon seit mehreren Monaten befaßt. Wie der STANDARD berichtete, hatte zuletzt der Vertreter der Finanzprokuratur im Beirat, Manfred Kremser, seine Rechtsmeinung artikuliert, wonach die fünf Klimt-Gemälde gar nicht restituierbar seien, weil aus seiner Sicht das - inzwischen höchst umstrittene - Testament Adele-Bloch-Bauers verbindlich sei. Adele Bloch-Bauer hatte zwei Jahre vor ihrem Tod 1923 ihren Mann gebeten, die Klimt-Bilder der Österreichischen Galerie zu vermachen. Ferdinand Bloch-Bauer hatte seinerzeit seine Bereitschaft erklärt, diese Bitte zu erfüllen, aber unter Hinweis auf die Tatsache, daß diese Gemälde sein und nicht seiner vorverstorbenen Ehefrau Eigentum gewesen sei. In der NS-Zeit hatte er schließlich alle vorhergehenden testamentarischen Verfügungen für Null und Nichtig erklärt. Namhafte Rechtsexperten widersprechen der Ansicht Kremsers. In ihrem am 15. Juni verfaßten Brief an die Beiratsmitglieder deutet nun Frau Altmann, selbst Vertriebene der NS-Zeit, an, daß sie im Wissen um die Bedeutung für den österreichischen Kunstschatz des 1907 entstandenen, sogenannten goldenen Porträts ihrer Tante verhandlungsbereit sei, daß dieses Gemälde in Wien bleibt. (hcz) |
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