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Gericht erklärt sich für Raubkunst-Klage zuständig Klage gegen Österreich vor US-Gericht zulässig Wien/Los Angeles (rpo). Mit den District Court von Los Angeles hat zum ersten Mal ein US-Gericht eine gerichtliche Klage zu Nazi-Raubgut auf amerikanischen Boden für rechtens erklärt. Im konkreten Fall will Maria Altmann, 85-jährige Erbin einer von den Nazis enteigneten österreichisch-jüdischen Familie, die Herausgabe von sechs Werken des Wiener Jugendstil-Malers Gustav Klimt durch die Republik Österreich erzwingen. Die fraglichen Gemälde stammen aus dem Besitz der jüdischen Sammler-Familie Bloch-Bauer. Deren gesamter Kunstbesitz wurde während der Nazi-Zeit "arisiert", zwei Porträts und vier Landschaftsbilder Klimts gelangten in die österreichische Galerie im oberen Belvedere in Wien. Dennoch sieht sich die Galerie als rechtmäßige Besitzerin der Werke und beruft sich auf einen Passus im Testament von Adele Bloch-Bauer aus dem Jahr 1923. Adele bittet darin ihren Ehemann Ferdinand Bloch-Bauer, die fraglichen Werke nach ihrem Tod dem österreichischen Staat zu hinterlassen. Die in den USA lebenende 85-jährige Maria Altmann, Erbin der Familie Bloch-Bauer, hält diesen Passus für rechtlich nicht bindend und hat bereits im August vergangenen Jahres gegen die Republik Österreich geklagt. Österreich hatte daraufhin beantragt, die Angelegenheit einem österreichischen Gericht zu übergeben. Die Richterin lehnte dies mit dem Argument ab, dies sei ein unzureichendes Forum für den betreffenden Fall. Demnach müsse nun erstmals ein ausländischer Staat in einer Kunstangelegenheit Stellung nehmen, die mit dem Holocaust zu tun hat, sagte Altmann- Anwalt Randal Schoenberg nach Bekanntwerden der Entscheidung. Ein Hauptproblem in der Angelegenheit, einen Ort für die Auseinandersetzung zu finden, sei damit ausgeräumt: "Die Gerichtsentscheidung eröffnet Frau Altman nun ein Forum, ihre Erbrechte durchzusetzen." Österreich will weiter versuchen, die Eigentumsfrage vor einem österreichischen Gericht zu klären und hat bereits angekündigt, Berufung einzulegen. Der Wert der Bilder, die als Hauptattraktion der österreichischen Galerie gelten, wird auf insgesamt rund zwei Milliarden Schilling (284 Millionen Mark, 145 Millionen Euro) geschätzt. |
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