Artikel 3.1.2001 
Kronen Zeitung

Wiener Salon

Der Barockrahmen s...

[ 2001-01-03,Wien,Ernst Trost,Was dahinter steckt ]

Wiener Salon

Der Barockrahmen stammt von Prinz Eugen. Aber die vielen Menschen, die da in andächtiger Stille oder mit leisem Gemurmel von Bild zu Bild wandern, befinden sich in einem Wiener Salon um 1900. In den letzten Tagen der großen Schau "Klimt und die Frauen" im Belvedere haben wir noch einmal die Chance, mit einer untergegangenen Gesellschaft Zwiesprache zu halten. Im Namen eines raffinierten Schönheitsideals hat der Maler Ikonen dieses ebenso geldschweren wie kultivierten Großbürgertums geschaffen. In graziöser Pose, mit fragendem, manchmal eher gelangweiltem Blick sehen uns diese eleganten Damen in ihren aufwendigen Gewändern an - der schöne Schein vollendet inszeniert. Als sich Gauleiter Baldur von Schirach noch 1943 im Wiener Künstlerhaus eine umfassende Klimt-Ausstellung leistete, verloren die Damen allerdings ihre Namen. Weil viele der Porträtierten jüdisch waren, mussten sie anonym bleiben, und Adele Bloch-Bauer wurde auf dem berühmten Gemälde lediglich als "Dame in Gold" vorgestellt. Heute im Belvedere dagegen erfahren wir einiges über die Biographie von Klimts ätherischen Wesen. So erleben wir nicht nur große Kunst, sondern tauchen auch tief in diese glanzvolle und doch so widersprüchliche Endzeit des Kaiserreiches ein.

Was dann kam, spiegelt sich auch in Streit und Debatten um die Rückstellung einiger Bilder wider. Und so manche Tragödie, die sich hinter Klimts Gesichtern und Gestalten verbirgt, verraten uns nur die begleitenden Texte...

© 2001-01-03 by "NEUE KRONEN ZEITUNG"


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Ing. Leo Hoschka, Vienna

Last Release from: 04/02/07 02:10

Herausgeber / editor:
E. Randol Schoenberg  
Dr. Stefan Gulner